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Friedenswolken


Bei all den Berlinale-Terminen war es für die Gäste nicht immer leicht, den Überblick über die Nachrichtenlage zu behalten. So war eine der meistgestellten Fragen die, ob der Krieg nicht schon begonnen habe und beunruhigte die Nachricht, mit Tickets nach Heathrow könne es schwierig werden, dort würden Truppen zum Transport an den Golf zusammengezogen. Insgesamt war die diesjährige Berlinale ein friedliches Ereignis, das nicht nur seitens der Festivalleitung deutliche Anti-Kriegs-Statements erbrachte. Beobachtungen von Ira Kormannshaus

Die Statements waren deutlich. Spike Lee erinnerte daran, daß US-Präsident Bush nicht
demokratisch gewählt ist und äußerte sein Unverständnis über dessen Popularität und darüber, daß derlei vor den Augen der Weltöffentlichkeit geschehen könne. Darsteller Edward Norton erhoffte Druck auf die US-Administration und war froh, in Europa zu sein, wo es noch möglich sei, auf seine Regierung stolz zu sein. Der kanadische Darsteller Barry Pepper kann nur hoffen, schließlich werde sein Land von den USA und England regiert. Dustin Hoffman bei der Gala „Cinema for Peace“ zugunsten von Unicef „Ich bin nicht antiamerikanisch, aber ich bin gegen die Regierung. Was passiert nach dem Abwurf von Bomben, die Mütter und Kinder treffen? Diese Frage hat die Regierung nicht beantwortet.“ Womit er indirekt auf die zunehmende Einschränkung bürgerlicher Rechte in den USA anspielte, gegen die die Initiative „Freedom to Speak“ US-Filmschaffender auch während des Empfangs beim US-Botschafter protestierte. Christopher Lee verlas auf der Gala einen Brief Gandhis, den dieser im Juli 1939 an Hitler geschrieben hatte: „Im Namen der Menschlichkeit, stoppen Sie den Krieg!“

Kurzfilm und Talent Campus

Im wesentlichen aber ging es um „die schönste Nebensache der Welt“ – Film. Das zweite Jahr unter dem neuen Festivalchef Dieter Kosslick brachte eine Aufwertung des Kurzfilms. Kurzfilme im Wettbewerb wie auch Panorama werden nun in einer eigenen Schiene, jedoch leider viel zu kleinem Kino präsentiert. Immerhin schaffte die neu eingerichtete Kurzfilm-Jury den Weg in die Vorführungen und damit ihre Arbeit. Auch hier die allgemein erwarteten eher politischen Entscheidungen. Bevor der Chor die belagerte Stadt durch den Tunnel verlassen kann, hilft der abgebrochene Tiermedizin-Student noch einer Kuh, ihr Kalb auf die Welt zu bringen. Diese slowenische Produktion des serbischen Filmemachers Stefan Arsenijevic (A)torzija, bekam den UIP-Preis und ist somit automatisch für den europäischen Filmpreis nominiert. Das bildlich dokumentierte Bekenntnis zum Frieden forderte Kosslick ihm dann mündlich ab, und dafür gab es den Goldenen Bären. Auch der Silberne Bär ging an kleine Filmländer: ex aequo an den argentinischen En Ausencia (Lucía Cedrón) – Im Exil angekommen, auf das Ergebnis des Schwangerschaftstests wartend, erinnert sich Marie an die letzten Stunden in Argentinien und ihren Mann, der zurückblieb – sowie die wunderschöne ukrainische Animation Ischov Tramvai No. 9 (Stepan Koval). Den Förderpreis im Panorama – Studium an der New York Film Academy – wird die polnische Regisseurin Barbara Medajska kaum in Anspruch nehmen können, da die Kosten für Flug und Leben dort nicht im Preis enthalten sind. Schade, daß die beiden ersten Tage nicht mehr das komplette Panorama-Kurzfilmprogramm präsentieren, was außer einer Alternative zum Eröffnungsfilm auch stets ein beliebter Treffpunkt war. Eine Verbesserung für nächstes Jahr könnte ein Kurzfilmtag zur Eröffnung sein. Entgegen dem beliebten Vorurteil ist Kurzfilm keineswegs nur das Medium des Nachwuchses – mit Gerd Conradt (Rettet Berlin!) war ein gestandener Regisseur im Wettbewerbsprogramm vertreten.
Ausschließlich dem Nachwuchs gewidmet war allerdings die zweite Neuerung der diesjährigen Berlinale – der Talent Campus. Parallel zur Berlinale gab es für 500 Interessierte im Haus der Kulturen der Welt Vorträge und Workshops rund um den gesamten Entstehungsprozeß von Film. Nach Aussagen von TeilnehmerInnen eine tolle Sache, jedoch war die Zahl der Plätze in den Workshops einfach zu gering.

Wettbewerb

Weiter zu denen, die schon lange Filme im Programm präsentieren konnten. Leider war der Anteil osteuropäischer Produktionen in diesem Jahr extrem niedrig. So gab es im Wettbewerb gerade mal einen Film – aus Slowenien. Damjan Kozole nimmt sich in Rezervni Deli (Ersatzteile) dem Problem der Flüchtlinge an. Slowenien ist noch EU-Außengrenze, und so verdienen Schlepperbanden ihr Geld mit dem Schleusen von Flüchtlingen nach Italien. Nicht nur farblich außerordentlich schön gestaltet, läßt der Film anfangs unklare Verbindungen zwischen Tito, AKWs, Schlepperbanden und Krebs deutlich werden und enthält sich moralischer Urteile, indem er konsequent alle Figuren in ihrer Menschlichkeit, mit Sorgen wie Schwächen und Stärken porträtiert. Eine außergewöhnliche Qualität, die auch im europäischen Kino selten ist. Auch der Gewinner des Goldenen Bären, Michael Winterbottom, nimmt sich In this World der Flüchtlingsproblematik an – aus dem pakistanischen Flüchtlingslager geht es auf den Weg nach Europa. Mit erheblichen technischen Mängeln, da auf Digi-Cam gedreht, und über weite Teile nicht nachvollziehbarem Schnittrhythmus ist dieser Film dennoch sehenswert, da er nicht nur die Protagonisten, sondern auch fremde Lebenswelten näher bringt. Stephen Daldrys Film The Hours aktualisiert Virginia Woolf. In drei Episoden läßt er Woolf 1923 (unglücklich besetzt mit Nicole Kidman) mit dem Beginn ihres Romans „Mrs. Dalloway“ kämpfen, 1952 die schwerkranke Hausfrau Laura Brown (Julianne Moore) durch den Roman neue Kraft schöpfen und in der Jetztzeit Clarissa Vaughan (die überragende Meryl Streep in einer ihrer besten Rollen) eine Party für ihren an AIDS sterbenden Freund organisieren, der sie Mrs. Dalloway nennt. Das ist großes europäisches Kino, das Querverbindungen offenlegt, aber auch Mitdenken erlaubt.

Forum

Das Forum bestach in diesem Jahr unter anderem mit einer Reihe hochinteressanter Dokumentarfilme. Neben Ulrike Ottingers Südostpassage – eine Reise zu den neuen weißen Flecken auf der Landkarte Europas, in 363 Minuten von Wroclaw nach Varna, nach Odessa, nach Istanbul, auch Martin Šuliks Klí c urcování trpaslíku (Der Schlüssel zur Bestimmung von Zwergen), eine großartig bebilderte Collage aus Tagebüchern des tscheschichen Regisseurs und Autors Pavel Jurácek, die auch Hintergründe des tschechoslowakischen Filmwunders der 60er Jahre beleuchtet. Ein Jahrzehnt früher liegen die Ereignisse, denen Miklós Gimes in Mutter nachspürt. Der Deportation nach Auschwitz entgangen, engagiert sich die Ungarin Lucy in der kommunistischen Bewegung und heiratet Miklós, der eine rasante Karriere macht, die allerdings 1956 mit seiner Hinrichtung endet. Mit ihrem Sohn, dem Filmemacher, emigriert sie in die Schweiz. Persönlich wie zeitgeschichtlich ein bestechendes Dokument. Den Nahost-Konflikt auf kleiner Ebene illustriert Tsipi Reibenbach mit ihrem Film Eer lelo rahamim (Stadt ohne Mitleid). Sie geht zurück in ihre Heimatstadt Lydda, einen Ort mit fünftausendjähriger Geschichte, die mal ausgegraben, dann wieder zugedeckt wird. Ein Drittel der heutigen Bevölkerung sind Araber, was zu Spannungen führt, darüber hinaus ist Lydda Zentrum des Drogenhandels, was den Bewohnern nicht gefällt, wogegen aber niemand vorzugehen wagt. Die Stadt ohne Mitleid ist Spiegel der Konflikte in Israel.

Politisch geht es auch im Spielfilm zu – Lynn Hershman läßt die Genetikerin Rosetta Stone drei Klone ihrer Selbst entwickeln (alle gespielt von der hervorragenden Tilda Swinton). Eine Geschichte über das Erwachsenwerden, über das Verhältnis unserer Gesellschaft zur Technologie. Lynn Hershman dazu: „Schon immer war ich von digitaler Technik und kinematographischen Metaphern fasziniert, die unsere Zeit reflektieren – von Themen wie der Privatsphäre in Zeiten der Überwachung, der persönlichen Identität in Zeiten allgegenwärtiger Manipulation, und schließlich der lebenswichtigen Suche nach liebevollem Umgang miteinander.“

Liebevoller Umgang im Forum auch mit der Kinogeschichte: In fünf Filmen wurde ein Tribut an die Shaw-Brothers gezeigt, Produzenten und Distributoren des asiatischen Kinos seit den 30ern. Alle sind sie ein hochwertig produziertes Vergnügen, doch ist Ai Nu (Intimate Confessions of a Chinese Courtesan, 1972) hier besonders interessant. Ein Bordellgast wird später tot aufgefunden, verdächtigt wird Ai Nu. Vorgeschichte: die adelige Ai Nu flieht von zu Hause, wird gefangen und in ein Bordell verschleppt. Die Besitzerin Chun-i verliebt sich in sie. Nachdem Ai Nus Fluchtversuch gescheitert ist, gibt sie sich willig und läßt sich von Chun-i auch in Kampfkünsten unterweisen. In die Ermittlungen greift eine maskierte Person ein, die sich als Ai Nu ausgibt und befiehlt, die Ermittlungen einzustellen. Chun-i ist zu verliebt, um Verdacht zu schöpfen. Nach einem Kampf schwer verwundet, erkennt sie die Wahrheit, nimmt Gift und bittet um einen letzten Kuß, der Ai Nu zum Verhängnis wird. Laut Produktionsmitteilung der berüchtigste Erotik-Film des Hongkong-Kinos.

Panorama

Im Panorama auch ein afrikanischer Film. Das Langfilmdebüt des Tunesiers Nawfel Saheb-Ettaba El Kotbia (Die Buchhandlung) siedelt die ganze geistige Enge des Landes und daraus folgende Depression in einem Buchladen an, in dem Jamil Anstellung und Unterkunft findet, als er in seine Heimatstadt zurückkehrt. Bald muß er feststellen, daß seine frischen Ideen, dem Laden zu mehr Erfolg zu verhelfen wie auch die private Situation des Besitzers Tarek, seiner Frau Leila und seiner Mutter Aicha zu beleben, auf tiefsitzende Unbeweglichkeit stoßen. Letztlich ist es Leila, die den Schritt aus dem klaustrophobischen Ambiente wagt, und sich mit Gesangsauftritten bei Hochzeiten nicht nur selber verwirklicht, sondern auch die finanzielle Misere lindern helfen will. Tarek kann das nicht akzeptieren, Leila verläßt ihn und er versinkt in noch tiefere Depression. Die Gefühle zwischen Jamil und Aicha bleiben im Ambivalenten stecken – Porträt einer eingeschüchterten, bewegungslosen Gesellschaft.

Das Chaos der Öffnung im serbischen Film Jagoda u Supermarketu von Dušan Milic. Jagoda (Erdbeere) arbeitet im neu eröffneten amerikanischen Supermarkt. Von ihrer Kollegin Ljubica, die zu einem Rendezvous entschwindet, an der Kasse alleine gelassen, läßt sie ihren Frust an einer alten Frau aus, die ausgerechnet Erdbeeren kaufen will. Am nächsten Morgen steht der Enkel (Srðan Todorovic aus Absolut Hundert), für dessen Geburtstagstorte die Erdbeeren sein sollten, die er aber gar nicht mag, als Rächer im Laden und nimmt alle Anwesenden als Geiseln. Ein Studienfeld menschlicher Verhaltensweisen tut sich auf, bis Inspektor Nebošja (Ljubicas Rendezvous) mit Spezialeinheit anrückt, der zwar auch nicht so recht weiß, wie denn die Situation zu lösen sei. Aber schließlich sind alle Geiseln frei. Alle, bis auf Jagoda, die freiwillig bleibt, um das Leben des Geiselnehmers (in den sie sich verliebt hat) zu schützen ... Durchgeknallter Kaufrausch, Werbestrategien, Konkurrenzgebaren und (Ohn-) Macht werden in dieser von Emir Kusturica (der auch einen Cameo-Auftritt hat) produzierten Komödie genüßlich-hysterisch durchdekliniert.
Die Anarchie des „freien Marktes“ schließlich in Richard Kwietnowskis Owning Mahowney. Der unscheinbare Bankangestellte Dan Mahowney (Philip Seymour Hoffman) hat soeben die nächste Sprosse der Karriereleiter erklommen. Ein ordentlicher Mann, jedoch mit Schattenseite: Er ist spielsüchtig. Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt der Film von seinen Schulden beim schmierigen Pferdewetter wie beim Ehrengast in den feinsten Casinos, aber auch seiner immer tieferen Verstrickung in Bankbetrug, um die Leidenschaft zu finanzieren. Nichts interessiert ihn, weder Freundin (Minnie Driver) noch vom Casino angebotene Luxusessen und Prostituierte, es geht ihm nur um den Thrill des Spielens. Doch, eins: Als er festgenommen wird, bittet er die Bank anrufen zu dürfen, daß er nicht pünktlich sein werde. Ein hervorragend inszenierter Film, dem leider zehn Minuten vor Schluß ein dramaturgischer Fehler unterläuft.

Letzteren kann man Andreas Dresen nicht vorwerfen – seinem Protagonisten schon, denn der ist Politiker. In Herr Wichmann von der CDU beobachtet Dresen mit streng dokumentarischen Mitteln die Wahlkampfbemühungen des 25jährigen Kandidaten in der Uckermark. Ein paar Streichhölzer und Kulis hier, ein paar Altersheimbesuche da, und wenn mal jemand fragt, wie er denn die 25 Prozent Arbeitslosigkeit in der Region zu beseitigen gedenke: mehr Autobahnen und weniger Umweltschutz. Aber ob das reicht, um gegen Markus Meckel (SPD) zu gewinnen? Ein Film über die Absurdität des Wahlkampfs und des Versuchs, desillusionierte Menschen zu interessieren.

Teddy

Auch Jochen Hick ist zum Dokumentarfilm zurückgekehrt. In Ich kenne keinen – Allein unter Heteros porträtiert er vier schwäbische Schwule. Hartmut, Richard, Stefan und Uwe wohnen in der Provinz, weit entfernt von sich schwul nennenden Bürgermeistern und Nachtleben. Unglücklich sind sie nicht, aber mitunter muß es doch ein lebendigeres Ambiente sein, ob nun Berlin, Zürich oder Thailand. Die sie umgebenden Heteros trauen sich nur selten in aller Offenheit zu sagen, was sie denken, aber die Probleme sind spürbar. Bilder aus einer vergangen geglaubten Welt, mit denen Jochen Hick daran erinnert, daß „Normalität“ noch weit entfernt ist. Dafür gab’s den Dokfilm-Teddy.

Erfreulich die Rückkehr des Themas AIDS auf die Leinwand, unbefriedigend allerdings James Wentzys Fight back, fight AIDS: 15 years of ACT UP. Werden die ersten Jahre der Aktionsgruppe, die auch neue Organisationsmodelle aufzeigte, noch spannend dokumentiert, so wird mit den Jahren der Bilderstrom wie auch die Untersuchung von Veränderung oder die Bilanzierung von (Miß-) Erfolgen immer dünner. Schade!
Erschreckend und wichtig hingegen Louise Hogarths Film The Gift, der dem Phänomen der bewußten Ansteckung mit HIV nachgeht. Eine weltweit wachsende „Bewegung“ von Barebackern (unsafer Sex) läßt die Infektionszahlen sprunghaft steigen. Wirklich nachvollziehbar wird nicht, was Leute dazu treibt, aber vielleicht ist es das auch nicht. Fakt ist, daß ungeschützter Sex zwischen Positiven zur Resistenz gegen die Medikation führt. Abgesehen davon, daß die Nebenwirkungen heftig sind (Übelkeit, Schwäche etc.), gibt es auch nur drei Typen von Medikation. Wie Louise Hogarth in der Diskussion sagte, waren AIDS-Hilfen unkooperativ, sahen sich bedroht. Das Grundproblem sieht sie darin, daß die Strategie, mit AIDS umzugehen, auf eine kurze Krise ausgelegt war, was gebraucht werde, sei aber eine Strategie für eine langfristige Krise.
Auf andere Art verstörend Sam Zoltens Just call me Kade. Porträtiert wird Kate/Kade, der Überzeugung, im falschen Körper geboren worden zu sein und mit 14 bereits auf Testosteron und dem Weg zur Geschlechtsumwandlung. Der zweite verstörende Faktor an diesem Film sind die Definitionen von transgender als vor der Operation transsexuell, wo sich Transgenders doch nicht als transsexuell verstehen, sondern als eigenwillig bis fluktuierend in der Definition ihres sozialen Geschlechts.

Im Spielfilm zwei herausragende Ereignisse. Zum einen Ileana Pietrobrunos Girl King, ein Fantasy-Abenteuer im Reich der freien Geschlechterwahl. Die Königin wurde nicht nur vom König verlassen, der hat auch den kostbaren Edelstein mitgenommen, und ohne den: kein Orgasmus. Die erste Expedition Cpt. Candys ist fehlgeschlagen, aber Baby Butch und dessen Angebetete Claudia (hetero) sind die Beute. Bei Erfolg die Liebe Claudias versprechend, schickt die Königin Baby Butch auf die nächste Expedition – es löst sich alles ganz anders auf. Trotz des Moserns über Rückgriffe auf Butch/Femme (die im übrigen prima aufgelöst werden) und der unverkennbaren technischen Mängel ein wunderschöner Film – sexy, intelligent, kreativ.

Schließlich zum Teddy-Gewinner: Julián Hernández’ Mil nubes de paz cercan el cielo, amor, jamás acabarás de ser amor (Tausend Wolken des Friedens umgeben den Himmel, Liebe, du wirst nie aufhören, Liebe zu sein). So poetisch-melancholisch wie der Titel ist auch der Film. Gerardo und Bruno treffen sich einige Male, bis Bruno nicht zum Treffen auf der Brücke erscheint und stattdessen bei Gerardo einen Brief abgibt, irgendwann würden sie zusammen sein, aber jetzt müsse er allein sein. Gerardo vergräbt sich in seinen Schmerz , über den ihm auch flüchtige Begegnungen, Sex, Gespräche nicht hinweg helfen können. Doppeldeutig der Schluß: Bricht er zusammen und erinnert er sich an das Bild des Zusammenseins oder sind sie wieder zusammen? – Ein Film, der Gefühle nicht nur zuläßt, sondern sie zelebriert und fast philosophische Qualität annimmt.